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Fliegerhorstmuseum “Fursty” (Fürstenfeldbruck)

Kilometerbau Fursty

Kilometerbau Fursty

Der Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck bei München ist ein geschichtsträchtiges Gelände. Er wird als Wiege der Deutschen Luftwaffe nach dem zweiten Weltkrieg bezeichnet. Hier waren bis in die Mitte der 1990ger Jahre vor allem Ausbildungseinheiten der Bundesluftwaffe stationiert. Heute steht das Gelände zum großen Teil leer. Außer einer Schule für Offiziersanwärter ist nicht viel übrig geblieben, sogar die Bewachung wird durch eine zivile Firma erledigt. Die Politik will es so. Bis 2019 soll die Bundeswehr dem Gelände dann vollständig den Rücken kehren, woraufhin es an die Stadt Fürstenfeldbruck fällt, wo es bereits für einiges Kopfzerbrechen sorgt, da es eine Reihe denkmalgeschützter Gebäude beinhaltet. Insbesondere den “Kilometerbau”, ein Bauwerk der Nazizeit im Stil der Nazi-Gotik, das mit einer Länge von einem Kilometer eine besondere Herausforderung darstellt.

Cockpit

Cockpit

Just in diesem Kilometerbau ist über Jahre ein Museum, zusammengetragen von wenigen, enthusiastischen und unermüdlichen Ehemaligen des Fliegerhorstes, gewachsen. Hier kann man sich sowohl über die Geschichte des Fliegerhorstes, als auch über einige der Flugzeugmuster, auf denen am Standort gelehrt und gelernt wurde, informieren. In liebevoller Kleinarbeit wurden Gerätschaften aus den Flugzeugen, darunter beispielsweise die Instrumententafel einer G91 sowie Bilder, Fotografien, Bücher, Hefte und andere Unterlagen geordnet und in ihrem Kontext präsentiert. Im Gang des Museums wurde eine Fotogalerie errichtet, in der nahezu jeder zu sehen ist, der jemals am Standort ausgebildet wurde. Interessant sind auch die ausgestellten Schleudersitze, an denen die Entwicklung auf diesem Sektor nachvollzogen werden kann und die auch einen Einblick in die Lebenswirklichkeit der Piloten bieten.

Schleudersitz

Schleudersitz

Piggi

Piggi

Im Außenbereich des Fliegerhorstes sind viele Flugzeuge ausgestellt. Teilweise flogen sie tatsächlich in Fürstenfeldbruck, teilweise wurden sie hierher gebracht, um eine neue Zukunft als Ausstellungsobjekt zu beginnen. So findet man hier beispielsweise eine Phantom und einen Tornado, die mit dem Standort eigentlich nicht in Relation stehen, abgesehen von der Tatsache, dass sie nun hier stehen.

Hinter dem Museum steht der Verein Gemeinschaft Jagdbombergeschwader 49 e.V., der eigens gegründet wurde,

um den Ehemaligen des JaboG 49, seiner Vorgängerverbände Flugzeugführerschule „B“ und Waffenschule der Luftwaffe 50 und des Nachfolgeverbandes Fluglehrgruppe FFB, die Möglichkeit zu geben, sich zusammenzuschließen, durch organisierte Kontakte gemeinsame Erinnerungen auszutauschen und die Tradition Ihrer Verbände am Standort Fürstenfeldbruck zu pflegen.

(Zitat aus der Satzung des Vereines)

Die Mitglieder des Vereines sind es auch, die die Führungen durchführen. Da sie über ihre eigenen Erfahrungen berichten können, ihre Informationen also aus erster Hand haben und folglich in der Lage sind, die Fakten mit eigenen Erlebnissen auszuschmücken, wird es keine Sekunde langweilig und die Zeit verfliegt viel zu schnell. Man merkt, dass hier Menschen am Werk sind, die sich auf ihr Handwerk verstehen und die es gewohnt waren, vorzutragen und zu erklären. Der Besuch der Ausstellung ist für Interessierte also zwangsläufig ein Gewinn.
Das Museum hat keine Öffnungszeiten. Es kann nur nach vorheriger Anmeldung im Rahmen einer Führung besucht werden. Alles, was man hierzu wissen muss, findet sich auf der Kontaktseite der Webseite des Vereines.

Im Rahmen der Arbeit des Vereines entstanden über die Jahre etliche Artikel über die Flugzeuge und Menschen, die mit dem Fliegerhorst zu tun hatten. Der Verein hat uns freundlicherweise genehmigt, sie hier zu veröffentlichen. Deshalb bildet dieser Artikel einen Auftakt zu einer Serie von Artikeln über den Fliegerhorst, die stets mit der Kategorie “Fursty” versehen sind und so leicht gefunden werden können.

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