Archiv für den Monat: Juni 2015

Der Neuzugang

Ein Flugzeug mehr in Deutschland

Transportvehikel

Das Transportvehikel

Selbstbauflugzeuge, die man als Bausatz beziehen kann, locken gerne durch ihre vergleichsweise günstigen Anschaffungskosten und oftmals auch durch schon flugfähige Versionen, die in langer und akribischer Eigenleistung enthusiastischer Flugzeugbauer und Flugpioniere, zu wahren kleinen Schmuckstücken herangezüchtet wurden. Und genau diese langwierige Akribie wird und wurde schon vielen dieser Projekte zum Verhängnis. Die Arbeiten ziehen sich in die Länge, die vorgeschriebenen Tests und Gutachten sind teuer und terminlich nicht immer glücklich zu legen und so kommt es immer wieder vor, dass die Lebenswirklichkeit das kleine Flugzeug einfach nicht in ihre Mitte nimmt. Eines dieser Flugzeuge konnte der Autor in diesen Tagen von der Schweiz nach Deutschland begleiten. Nicht etwa durch die Luft, wie man voreilig schließen könnte. Nein. Auf dem Landweg und, wenn man die Fähre in Konstanz mit in die Betrachtung nimmt, sogar ein wenig auf dem Seeweg.

Aufgeladen

Aufgeladen

Geplant war zunächst eine Fahrt mit der Dauer eines Tages. Hin, demontieren, aufladen, zurück. Es zeigte sich aber schnell, dass dieser Plan nicht nur optimistisch, sondern vielleicht sogar euphemistisch gewesen war. Mit einem Anhänger in der Größe eines Lieferwagens sind selbst 80 km/h auf der Autobahn schwer zu realisieren und obwohl die Demontage des Flugzeuges im Wesentlichen das Entfernen von vier Bolzen zum Entfernen der Tragflächen, bedeutet, so waren es dann doch die unwesentlichen Dinge, die dann die Sache insgesamt zu einer Dauer von mehr als 4 Stunden aufblähten. Zusammensammeln der noch nicht verbauten Einzelteile, ein ausführliches Briefing über viele bautechnischen Angelegenheiten mit dem Vorbesitzer sowie verstauen und verzurren vieler Teile, die nicht im Kalkül waren. In einer wunderbar lauen Nacht wurde dann kurzerhand auf dem Rasen des Flugplatzes übernachtet.

Auf der Fähre

Auf der Fähre

In den nächsten Tag, der eigentlich nur der Rückfahrt und dem Zoll gewidmet sein sollte, schmuggelte sich dann noch ein Tagesordnungspunkt in Form einer Kugel des Schaltgestänges des Zugfahrzeuges auf den Tagesplan, die habituell luxierte, d.h. immer wieder den Schaltbock verließ und somit die Wahlmöglichkeiten beim Schalten auf Gang 3 und 4 beschränkte. Die einzige Werkstatt in der Nähe hatte weder die entsprechenden Teile lagernd, noch Kapazitäten frei, weshalb dann ein Provisorium gebaut wurde, das immerhin den ersten Gang wieder einlegbar machte. Die Gänge 1,3 und 4 reichten dann für die Rückfahrt. Die Zwischenstation beim Zoll war notwendig lästig – wer verzollt schon gerne etwas – die diensthabenden Beamten erwiesen sich aber als professionell und pragmatisch. Es wurde schnell eine Lösung für die Einfuhr des ungewöhnlichen Zollgutes gefunden und nach etwas Papierkram mit der Behörde und mit Hilfe eines ansässigen Handling-Agencys, konnte die Weiterfahrt bald angetreten werden. Um Zeit und Kilometer zu sparen wurde der Weg mittels Fähre über den Bodensee gewählt und so konnte noch am späten Abend das kleine Flugzeug sein Reiseziel erreichen – die (leider fast flugplatzlose) Metropolregion München.

Bodenseefähre

Bodenseefähre

Bereits seit 20 Jahren wurde an dem Fliegerchen gebaut, nun stehen ihm deutsche Gutachten und noch einige Arbeitsstunden bevor. Doch es kann seinen Spinner wieder frohen Mutes Richung Zukunft recken, der Erstflug ist vielleicht schon fast am Horizont zu sehen. Vielleicht.

B10.SJWae

Werbebanner auf aedit.de

Seit heute ist diese Seite nicht mehr werbungsfrei. Obwohl das puristische Design der Seite darunter etwas leidet, ist dieser Schritt doch notwendig, um wenigstens die Aussicht auf eine Aussicht einer geringen Chance einer teilweisen Refinanzierung zu bekommen.
Die Positionen der Einblendungen sind bewusst so gewählt, dass sie beim Lesen nicht stören. Lassen Sie sich nicht stören – weiterhin viel Spaß bei der Lektüre!

B9.SJWae

Fiat – am Boden und in der Luft zuhause

Fiat verbinden die meisten Menschen mit kleinen, schnuckeligen Autos, die seit Jahrzehnten gerade in Europa und hier besonders in den südlichen Regionen, das Straßenbild prägen. Fiat hat aber auch eine lange Tradition in der Luftfahrt. Fiat Aviazione war viele Jahre ein Teil des Fiat Konzerns, der Flugzeuge entwickelte und baute. Fiat Aviazione ging mit ein paar Zwischenstationen schlussendlich in Alenia Aermacchi auf, einer italienischen Firma, die bis heute militärische Luftfahrzeuge herstellt.
Das bekannteste Flugzeug von Fiat dürfte wohl die G.91 sein, die auch bei der Bundesluftwaffe bis zum Ende der 1970ger Jahre im Einsatz war, bevor sie vom Starfighter abgelöst wurde.

Trotzdem widmet sich dieser Beitrag den Automobilen: Die Bilder stammen von der Vorbeifahrt an einem kroatischen Corso aus Fiat 600 ende Mai 2015

B8.SJWae

Raritäten am Himmel – die Cessna C336/C337 Skymaster (Push Pull)

Cessna C337 Skymaster

Cessna C337 Skymaster

Es gibt nicht mehr viele von Ihnen und schon gleich gar nicht in Deutschland. Die hierzulande bekannteste Push-Pull-Cessna, wie sie wegen der ungewöhnlichen Anordnung ihrer Motore – hintereinander – genannt wird, ist wahrscheinlich die von Red Bull. Gesehen wurde sie heute, am 20.06.2015 in der Umgebung des Landshuter Flugplatzes Ellermühle (EDML).
Der Vorteil der Push-Pull-Konfiguration ist, dass sich beim Ausfall eines Triebwerkes die Flugeigenschaften der Maschine nicht so gravierend ändern, wie bei zweimotorign Flugzeugen mit herkömmlicher Motoren-Anordnung. Der Nachteil ist, dass die Kühlung des hinteren Motors problematisch ist, da er nicht direkt dem Fahrtwind ausgesetzt ist.  Von der C337 gab es auch eine turboaufgeladene Variante (T337)und eine mit Druckkabine (T337G). Das Muster wurde bis 1980 produziert. Eine Besonderheit ist die militärische Ausführung, die Cessna O-2, die beispielsweise im Vietnamkrieg eingesetzt wurde.

B7.SJWae

Airportday am Flughafen München

Am Sonntag, den 14.07.2015 fand am Flughafen München der “Airportday” statt. Bereits im Vorfeld hatten sich über 10.000 Gäste angemeldet, tatsächlich erschienen aber wohl ca. 20.000 Besucher, was dazu führte, dass die geplante Organisation verändert werden musste: War ursprünglich geplant, die Besucher mit Bussen zwischen Parkplatz, Besucher-Park und dem Veranstaltungsort, der auf dem Vorfeld abgegrenzt wurde, hin und her zu shutteln, so wurden bald die Pforten für die Fußgänger geöffnet weil die Busse dem Ansturm nicht Herr werden konnten. Auch an den Essensständen, Getränkeständen, Vorführungen, faktisch an allem, wo Menschen einzeln bedient werden, bildeten sich Schlangen. Bei bestem Wetter pilgerten die Besucher in Scharen ins Erdinger Moos. Vereinzelt verirrten sich sogar Radfahrer auf die Kraftfahrtstraßen der Umgebung. Gut organisiert waren die Parkmöglichkeiten, die in ausreichender Menge und gratis angeboten wurden, so wie die Zubringerbusse, die unablässig Besucher zwischen Veranstaltungsort und Parkplätzen hin- und herschaufelten.

Als Attraktionen gab es neben den ständigen Exponaten im Besucherpark die Super Constellation der Schweizer Firma Breitling, einen Eurofighter “Typhoon”, eine Messerschmidt Me HA 200 D, eine Transall, eine Boeing 777 sowie Helikopter der bayerischen Polizei und einen der Bundespolizei. Im Besucherpark konnte zudem eine Ausstellung liebevoll gebauter, großer Flugmodelle bestaunt werden. Für Kinder gab es neben dem neu eingeweihten Weltenspielplatz die Möglichkeit, sich als Feuerwehrmann zu versuchen oder mit Tretflugzeugen Taxi-Übungen zu absolvieren.

Auf dem Vorfeld konnten auch Enteisungs- und Feuerwehrfahrzeuge bewundert werden. Wer einen bodensgestützten Lokalrundflug machen wollte, konnte das auf der Drehleiter eines Leiterwagens der Feuerwehr oder mit den Enteisungsfahrzeugen tun. Die Feuerwehr demonstrierte zu jeder vollen Stunde die Gewalt der Wasserwerfer.

Alles in Allem war die Veranstaltung gut durchdacht und organisiert und für jeden Besucher ein schönes Erlebnis. Sicher wäre es noch ein Leichtes gewesen, die Anzahl der zu besichtigenden Flugzeuge zu erhöhen, indem man sie an den Münchner Flughafen eingeladen hätte. Es gibt sicher eine Menge Besitzer interessanter oder skurriler Luftfahrzeuge, die gerne die Gelegenheit genutzt hätten, einmal EDDM zu besuchen.

B6.SJWae

image_pdfimage_print