Appell an den Gemeinsinn

Es ist eine wunderbare Sache, dass es Facebook-Gruppen und deren Pendants auf Xing, Linked In und bei anderen sozialen Medien gibt. Gruppen, in denen wir uns thematisch wiederfinden und die uns rund um die Uhr mit unseren Lieblingsthemen versorgen. Nie war die Pilotenschaft enger zusammengerückt, miteinander verbunden und besser erreichbar als heute. Nie machten Themen schneller die Runde und nie war der Austausch so einfach. In den einschlägigen Communities bekommt man Antworten auf Fragen, bei denen man sonst nicht wüsste, wem man sie stellen soll oder man bleibt durch einfaches Mitlesen auf der Höhe der Zeit und in Tuchfühlung mit dem, was sich tut, in der Welt der Flieger.

Trotzdem sollte man sich vor Augen führen, dass in den sozialen Netzwerken nicht alles erreicht werden kann, was zu so einem großen Themenfeld wie der Luftfahrt gehört. Soziale Netzwerke sind nicht organisiert. Sie bilden Meinungen oder sorgen wenigstens für Kontroversen, aber sie verfügen über keinerlei Organisationsstruktur und keine Exekutive. Sie hören dort auf zu existieren, wo die virtuelle Welt endet. Zurück in der Realität haben sie faktisch keine Bedeutung mehr.

Aus diesem Grunde dürfen wir nicht vergessen, wer hier für unsere Themen steht, sie repräsentiert und sie ggf. vertreten kann. Das sind vor allem die Vereine und Verbände, in denen viel Arbeit geleistet wird – und das nicht selten ehrenamtlich – um die Fliegerei und ihre Belange in der Gesellschaft zu verankern und zu repräsentieren.

Aber auch die einschlägigen Magazine sind hier zu nennen: Beispielsweise das Fliegermagazin, der Aerokurier oder Pilot und Flugzeug. Im deutschsprachigen Raum sind wir hier noch gut aufgestellt.

In diesem Sinne:

Stärkt unsere Infrastruktur. Engagiert Euch in einem Verein. Auch hier, unter Gleichgesinnten, bleibt man nahe an seinem Metier, hat Austausch und mehr Möglichkeiten als ein einfacher Charterkunde.

Denkt über Mitgliedschaften in unseren Verbänden nach, der AOPA, dem LVB oder dem DAeC, um ein paar zu nennen und leistet Euch Abonnements für unsere Zeitschriften, damit wir in der glücklichen Lage bleiben, diese kleine Vielfalt zu haben. All diese Dinge tun nur einmal im Jahr kurz weh – wenn die Rechnung komm –  machen sonst aber viel Freude durch angenehme Post in Form von Magazinen (alle genannten Verbände haben Ihre Printmedien) und stärken uns den Rücken.

Tollkühne Frauen in ihren fliegenden Kisten

Die Flugwerft Schleißheim zeigt in einer neuen Sonderausstellung „Fliegen zwischen Traum und Wirklichkeit: Weibliche Piloten in der Geschichte der Luftfahrt“

pilotinnen_beese(Oberschleißheim, 23. Februar 2017) „Frau am Steuer“ – drei kleine Worte, die auch heute noch oft mit dem Bild der unbeholfenen und technikfernen Weiblichkeit fortgedacht werden. Wie schwer müssen es da einst die Pionierinnen im Cockpit gehabt haben? Diese und weitere interessante Fragen rund um das Thema „Weibliche Piloten in der Geschichte der Luftfahrt“ beleuchtet jetzt eine neue Sonderausstellung in der Flugwerft Schleißheim. „Fliegen zwischen Traum und Wirklichkeit“ zeigt, mit welchen gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Problemen die Pilotinnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu kämpfen hatten. Die Wanderausstellung, die von der Bremer Kulturwissenschaftlerin Dr. Maria Hermes-Wladarsch kuratiert wurde, ist bis 21. Mai 2017 in der Zweigstelle des Deutschen Museums zu sehen.

Im Mittelpunkt stehen die Biografien weiblicher Piloten wie Melli Beese, Thea Rasche oder Hanna Reitsch. „Was bewegte diese Frauen, ihren Traum vom Fliegen zu verwirklichen? Wie gingen sie damit um, wenn ihnen Steine in den Weg gelegt wurden? Wie ließen sie sich für das jeweils herrschende System instrumentalisieren?“ Diesen Fragen lässt Kuratorin Maria Hermes-Wladarsch die Besucher mit zahlreichen Texten, Bildern

und an Hörstationen nachspüren. Zur Veranschaulichung gibt es neben den Texttafeln und großformatigen Bannern auch Fotografien, Dokumente und Exponate wie Kleidungsstücke aus jener Zeit. Und natürlich bilden die historischen Flugzeuge in Schleißheim einen perfekten Rahmen: „Direkt vor dem Ausstellungsraum steht zum Beispiel der flugfähige Nachbau des Udet U 12 Flamingo, mit dem Thea Rasche geflogen ist“, sagt der Leiter der Flugwerft, Gerhard Filchner.

Das Bild von der Frau am Flugzeug-Steuer wird zum ersten Mal in dieser Form nachgezeichnet. „Wie männerlastig die Fliegerei angesehen und immer wieder dargestellt wird, belegt schon der Titel des bekannten Action-Films ‚Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten‘ von 1965“, sagt Gerhard Filchner. „Dass aber auch Frauen wesentliche Beiträge zur Luftfahrtgeschichte geleistet haben, macht diese Sonderausstellung sehr anschaulich klar!“ Und sie führt den Strang fort bis in die Gegenwart, in der sich das Denken durchaus schon stark verändert hat.

Aber auch 30 Jahre nachdem die ersten Pilotinnen bei der Lufthansa ausgebildet wurden, beträgt der Anteil der weiblichen Kapitäne bei der Kranich-Airline nur sechs Prozent. „Früher mussten Frauen in technischen Berufen um gesellschaftliche Akzeptanz kämpfen, das hat sich erfreulicherweise geändert“, sagt Wolfgang M. Heckl. Der Generaldirektor des Deutschen Museums weiß aber auch, dass es immer noch viele Hürden gibt, speziell in der Arbeitswelt. „Für eine erfolgreiche Zukunft brauchen wir gerade auch im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich noch mehr Frauenpower, wie sie die tollkühnen Ladies in ihren fliegenden Kisten damals verkörpert haben!“

Fliegerhorst Fürstenfeldbruck

Fursty – Chronik von Ende 1957 bis Mitte 1997

Ausgewählte Ereignisse auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck von der Übergabe des Areals an die Deutsche Luftwaffe im Dezember 1957 bis zur Einstellung des örtlichen Flugbetriebs im Juni 1997.

1957 bis 1966

14. Dezember 1957
Vertragsunterzeichnung und Zeremonie anlässlich der Übergabe des Fliegerhorstes von den US-Streitkräften an die Deutsche Luftwaffe.

17. Mai 1958
Die Flugzeugführerschule (FFS) „B“ veranstaltet den ersten Tag der offenen Tür. Trotz schlechter Witterung kommen 14.076 Besucher.

10. Juni 1958
Gründung der Offiziersvereinigung. Das ehemalige Offiziersheim der Amerikaner im Gebäude 106 wird auch Heimat der OHG FFB e. V..

15. August 1958
Eröffnungsfeier anlässlich Gründung der Unteroffizier-Vereinigung. Bis zum Bezug der heutigen Räumlichkeiten im Gebäude 105 im April 1960 ist der „Flyin-Inn- Club“ Heimat der UV.

2. Februar 1959
Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Adolf Heusinger (1897 – 1982), und der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Josef Kammhuber (1896 – 1986) besuchen den Fliegerhorst.

13./14. Juni 1959
Tag der offenen Tür mit rund 80.000 Besuchern. Unter ihnen ist auch der Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer (1876 – 1967) zu finden.

21. Juli 1959
Während eines Tiefflugs stürzt eine T-33 A bei Haslach im Kinzigtal ab. Der Pilot, Unteroffizier Gustav Ebenho, und sein Passagier auf dem Rücksitz, Stabsunteroffizier Gerhard Moser, kommen dabei ums Leben.

8. Oktober 1959
Die „dienstälteste“ T-33 A der FFS „B“ mit dem Kennzeichen AB-720 landet nach einem Übungsflug mit genau 2.000 Flugstunden unfallfrei in Fürstenfeldbruck und rollt zur roten Flight.

20. Mai 1960
Verabschiedung der letzten Amerikaner und Einweihung des „Platzes der US-Air Force“.

10. Juli 1960
Über 200.000 Besucher kommen zum ersten Großflugtag.

26. August 1960
Übergabe des Kommandeurs der FFS „B“ von Oberst Dietrich Hrabak (1914 – 1995) an Oberst Hermann Schmidt.

15. November 1960
Leutnant Eberhard Rasberger gerät mit einer T-33 A während eines Tiefflugs bei Marktheidenfeld/Main in Wolken und stürzt ab. Der Teilnehmer des Lehrgangs BC-60 G wird getötet.

Mai 1961
Gründung der Kunstflugmannschaftder FFS „B“.

24. September 1961
Grundsteinlegung für das Ehrenmal der Luftwaffe und der Luftfahrt.

Am Großflugtag 1961 bevölkern rund eine halbe Million Zuschauer das Flugfeld von Fursty.

Am Großflugtag 1961 bevölkern rund eine halbe
Million Zuschauer das Flugfeld von Fursty.

24./25. September 1961
Großflugtag der Superlative zum fünften Jahrestag der Luftwaffe. Anhand von Luftbildern werden 500.000 Besucher geschätzt.

April 1962
Die bekannte Skirennläuferin Barbara-Maria „Barbi“ Henneberger (1940-1964) erhält einen Mitflug in einer T-33 A „T-Bird“.

12. April 1962
Beim dritten Soloflug mit der T-33 A bekommt Leutnant Alfred Schulz Bodenberührung und kommt bei Blonhofen östlich von Kaufbeuren ums Leben.

8. Mai 1962
Beim Landeanflug auf Fursty stoßen zwei T-33 A zusammen. Die Piloten, Leutnant zur See Dieter Sabelus und Stabsunteroffizier Horst Sehnert, werden dabei getötet. Beide sind Teilnehmer am Lehrgang BC – 61 I.

StUffz Sehnert Lt z See Sabelus

18. November 1962
Einweihung des Ehrenmals der Luftwaffe (1. Bauabschnitt).

Das Zentrum des Luftwaffen-Ehrenmals in der ursprünglichen Form.

Das Zentrum des Luftwaffen-Ehrenmals in der
ursprünglichen Form.

14. Oktober 1963
Das Kommando der Schulen wird aufgelöst.

15. Oktober 1963
Die organisatorische Zusammenlegung von Waffenschule der Luftwaffe 50 und Flugzeugführerschule „B“ erfolgt mit Sitz in Fürstenfeldbruck. Die Verlegung der WaSLw 50 von Erding nach Fursty erfolgt am 4. Februar 1964.

15. September 1964
Aufstellung eines Lehr- und Versuchsschwarms.

6. April 1965
Der erste Lehrgang für Fliegerleitoffiziere (FLO) wird durchgeführt.

29. Oktober 1965
Fursty wird für vier Wochen im Rahmen der NATO-Übung „Eastern Express“ als Basis für Transportflugzeuge der USAF vom Typ Lockheed C-141 Starlifter.

31. Dezember 1965
Die WaSLw 50 erreicht eine sehr hohe Flugstundenzahl für das abgelaufene Jahr: 10.671 Stunden auf T-33 A, 8.521 Stunden auf G. 91 Typen und 1.233 mit Propellerflugzeugen.

März 1966
Ein Wettbewerb für ein neues Geschwaderwappen wird durchgeführt. Aus 60 Vorschlägen wird ein Entwurf ausgewählt, der im unteren Teil des Wappens mit der stilisierten Amperbrücke vor dem Alpenpanorama das Wahrzeichen der Stadt Fürstenfeldbruck darstellt.

Das Zentrum des Luftwaffen-Ehrenmals in der ursprünglichen Form.

Das Zentrum des Luftwaffen-Ehrenmals in der
ursprünglichen Form.

20. Mai 1966
Nach Fertigstellung der Toranlage zum Gelände des Ehrenmals (3. Bauabschnitt) erfolgt die Übergabe der Gedenkstätte in die Obhut der aktiven Luftwaffe. Die Standortverwaltung übernimmt die Pflege und Instandhaltung des Ehrenmals und des umliegenden Geländes.

22. September 1966
Während eines Instrumentenanfluges auf Fursty stoßen zwei Furstianer Schulungsflugzeuge zusammen. In der „T-Bird“  kommt der Flugschüler Leutnant Robert Ritter ums Leben, während sein Fluglehrer Oberstabsfeldwebel Horst Nippraschk sich mit dem Schleudersitz retten kann. In der „Gina“ kann Oberleutnant Klaus-Hinrich Buerhop ebenfalls erfolgreich aussteigen, der zweite Pilot an Bord, Hauptmann Arnolf von Koblinski, wird getötet.

1967 bis 1976

3. März 1967
Stabsunteroffizier Helmut Heinzius macht seinen ersten Solo-Tiefflug in einer Lockheed T-33 A. Bei Attenweiler nordwestlich von Biberach bekommt er Bodenberührung und kommt ums Leben.

Oktober 1967
Die beiden „Hörsaalflugzeuge“ C-47 D „Dakota“ mit den Kennzeichen BD-590 und 591 werden nach nur vier Jahren Nutzungsdauer außer Dienst gestellt. Ein Ersatz als „fliegendes Klassenzimmer“ leistet eine N.2501D Noratlas mit der Kennung BD-592 (ab Anfang 1968 mit dem neuen Kennzeichen 52+93).

10.-13- September 1968
Im Rahmen des Truppenversuchs „Seitensprung“ werden 132 Tag- und Nachteinsätze auf den Notlandeplatzen Lengerich und Greven durchgeführt. Als Startund Landebahnen dienen Autobahnteilstrecken.

2. Mai 1969
Die Bundestagsabgeordneten, Oberleutnant der Reserve Dr. Manfred Wörner (1934 – 1994) und Leutnant der Reserve Professor Dr. Manfred Abelein (1930 – 2008) erhalten nach ihrer fliegerischen Jet-Schulung den Militärflugzeugführerschein. Nach knapp 13 Jahren stellt Verteidigungsminister Dr. Hans Apel (geboren 1932) diese Art der parlamentarischen Kontrolle ein.

30. Juli 1969
Während eines Überlandlandfluges von Bandirma/Türkei nach Amendola/Italien werden die Kraftstofftanks beider „T-Birds“ komplett leer geflogen. Alle Besatzungsangehörige könne sich mit ihren Schleudersitzen retten: Major Hans Eberhard, Major Manfred Gromoll, Oberstabsfeldwebel Horst Nippraschk und Hauptfeldwebel Alfons Voges.

2. Juni 1970
Mit dem KBO-Lehrgang 1/70 beginnt die Kampfbeobachter-Ausbildung für das Waffensystem RF-4 E Phantom der beiden Aufklärungsgeschwader der Luftwaffe, das AG 51 „Immelmann“ in Bremgarten und das AG 52 in Leck.

15. Juli 1970
Der Generalstabschef der französischen Luftwaffe, General Gabriel Gauthier (1916 – 1996) und der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Johannes Steinhoff (1913 – 1994) billigen in Fursty die gemeinsamen militärischen Charakteristiken für das Projekt eines deutschfranzösischen Strahl-Schulflugzeugs. Daraus entsteht die Fertigung des Alpha Jets.

5. September 1972
Nach einer Geiselnahme durch palästinensische Terroristen im Olympischen Dorf in München folgt ein fehlgeschlagener Befreiungsversuch in der Nähe des Flugabfertigungsgebäudes auf dem Flugplatz Fursty. Es sterben neun israelische Sportler, ein Hubschrauberpilot des BGS und fünf Terroristen.

Luftaufnahme am Tag nach der Geiselnahme durch palästinensische Terroristen 1972.

Luftaufnahme am Tag nach der Geiselnahme durch palästinensische Terroristen 1972.

1. April 1973
Die Propellerflugzeuge vom Typ Piaggio P.149 D verlegen von Neubiberg nach Fursty. Es entsteht die 3. Fliegende Staffel in der Ausbildungsgruppe der WaSLw 50.

September 1974
Die Flugsicherheitslehrgänge im Auftrag des Generals Flugsicherheit der Bundeswehr werden von Neubiberg nach Fürstenfeldbruck verlegt.

25. Januar 1975
Nach 18 Jahren wird das erste Düsenflugzeug der Bundesluftwaffe, die Lockheed T-33 A „T-Bird“, außer Dienst gestellt.

September 1975
Nach 8 Jahren der Nutzung als Hörsaalflugzeug wird die „Nora“ außer Dienst gestellt. Sie flog in dieser Zeit 4.529 Stunden.

Eine N.2501D Noratlas dient der WaSLw 50 als „fliegendes Klassenzimmer“ und unterstützt die Ausbildung von KBOs der Luftwaffe.

Eine N.2501D Noratlas dient der WaSLw 50 als „fliegendes Klassenzimmer“ und unterstützt die Ausbildung von KBOs der Luftwaffe.

1977 bis 1986

10. Januar 1978
Beginn des „Tactical Leadership Programs“ (TLP). Das Seminar für fliegende Besatzungen der NATO-Staaten dient den Kampfbesatzungen zur Weiterbildung in Luftkriegsoperationen.

29. September 1978
Die WaSLw 50 wird in Jagdbombergeschwader (JaboG) 49 umbenannt.

Juli 1979
Das „Tactical Leadership Program“ verlegt von Fursty nach Jever und beginnt dort mit Flugbetrieb. In vier Wochen fliegen die Teilnehmer aus allen NATO-Mitgliedsstaaten 15 Missionen unter taktischen Bedingungen.

8. Januar 1980
Die ersten vier Alpha Jets landen in Fursty.

20. März 1980
Offizielle Indienststellung des Waffensystems Alpha Jet für die Luftwaffe. Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Friedrich Obleser (1923 – 2004), übergibt 32 Maschinen an das JaboG 49. Sie werden zunächst in der 2. Staffel eingesetzt.

Oktober 1980
Die ATV erhält den Auftrag „Hubschrauberbekämpfung durch Alpha Jet“. Nach 200 Einsätzen und ca. 2.000 Anflügen mit Alpha Jet auf den Hubschraubertyp CH-53 G wird der Truppenversuch mit zufriedenstellendem Ergebnis abgeschlossen.

Ein gerade umgeschulter ehemaliger G-91 Fluglehrer vergisst das Fahrwerk auszufahren und „produziert“ den ersten Unfall eines Alpha Jets mit Bundeswehrzulassung.

Ein gerade umgeschulter ehemaliger G-91 Fluglehrer vergisst das Fahrwerk auszufahren und „produziert“ den ersten Unfall eines Alpha Jets mit Bundeswehrzulassung.

30. März 1981
In Soesterberg (NL) landet ein Alpha Jet mit eingefahrenem Fahrwerk. Die Besatzung, unter ihnen der Leiter des Flugmedizinischen Instituts der Luftwaffe, Generalarzt Prof. Dr. Eduard Burchard (geboren 1929), bleibt unverletzt. Das Flugzeug wird schwer beschädigt, kann aber wieder instand gesetzt werden.

6. Mai 1981
Beim Neubau des „Towers“ kommt ein Bauarbeiter beim Einsturz eines Gerüstes ums Leben.

21. September 1981
Der letzte KBO-Lehrgang endet in Fursty. Die Ausbildung wird nach 11 Jahren in die USA nach Mather AFB/Kalifornien verlegt. Damit ändert sich auch der Name, statt KBO werden sie nun WSO = Weapon System Operator genannt.

11. März 1982
Die letzte Furstianer Fiat G.91 fliegt mit einer Sonderbemalung in den bayerischen Landesfarben zur Luftwaffenschleuse nach Oldenburg.

Die Sonderbemalung der letzten doppelsitzigen „Gina“ in Fursty. Mit dieser Aufmachung machen im März 1982 Oberstleutnant Arno („Necktie“) Urbschat und Major Erich („Tino“) Henninger gemeinsam einige Flüge.

Die Sonderbemalung der letzten doppelsitzigen „Gina“ in Fursty. Mit dieser Aufmachung machen im März 1982 Oberstleutnant Arno („Necktie“) Urbschat und Major Erich („Tino“) Henninger gemeinsam einige Flüge.

19. April 1982
Bei Hohenried kollidieren zwei Alpha Jets während eines Ausbildungsfluges im Tiefflug. Der Fluglehrer kann sich mit dem Schleudersitz retten, während der Waffensystemschüler das schwer beschädigte Flugzeug in Neuburg landet.

4. Juni 1982
10 Angehörige der Nigerianischen Luftwaffe graduieren nach ihrer Ausbildung auf dem Waffensystem Alpha Jet.

15. März 1985
Nach einer Baumberührung bei Biberach an der Riss landet der Flugzeugführer den schwer beschädigten Alpha Jet in Fursty.

Mit dem letzten KBO-Lehrgang und Verlegung der Ausbildung in die USA ändert sich auch der Name. Ab jetzt werden die Besatzungsangehörigen im hinteren Cockpit WSO genannt.

Mit dem letzten KBO-Lehrgang und Verlegung der Ausbildung in die USA ändert sich auch der Name. Ab jetzt werden die Besatzungsangehörigen im hinteren Cockpit WSO genannt.

1987 bis 1997

7. November 1989
Ein einmaliges Jubiläum in der Geschichte der Bundeswehr wird gefeiert: Erstmals kann ein Flugplatz auf 500.000 Flugstunden auf Düsenflugzeugen zurückblicken. Zusätzlich wird das Jubiläum von 100.000 Flugstunden der Piaggio P. 149 D gefeiert.

20. März 1990
Feierlichkeiten zur Außerdienststellung des Schulungsflugzeugs „Piggi“. Die Eignungsfeststellung, das sog. Screening wird nach Goodyear/Arizona verlegt.

Im März 1990 fliegt die Piaggio P. 149 D mit der Kennung 91 + 34 mit Sonderbemalung.

Im März 1990 fliegt die Piaggio P. 149 D mit der Kennung 91 + 34 mit Sonderbemalung.

9. September 1990
An einem Sonntag landen in Fursty mehrere Interflug- und NVA-Flugzeuge, um ehemalige Soldaten der Nationalen Volksarmee, die noch in NVA-Uniform gekleidet sind, für 14-tägige Lehrgänge an die OSLw zu bringen.

24. April 1991
Der Kommandierende General der Luftflotte, Generalleutnant Walter Schmitz, übergibt den Flugsicherheitspokal des Inspekteurs der Luftwaffe in Gold für fünf aufeinander folgende unfallfreie Jahre. Anmerkung: General Schmitz war Anfang der 60er Jahre als Oberleutnant Angehöriger der Kunstflugmannschaft der FFS „B“.

21. Juli 1991
Der Präsident der Republik Frankreich, François Mitterand (1916 – 1996), und der Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Dr. Helmut Kohl (geboren 1930), landen in Fursty und werden mit Hubschraubern weiter transportiert.

18. Juli 1992
Mit dem letzten Tag der offenen Tür verabschiedet sich das JaboG 49 von der Öffentlichkeit. Mit 180.000 Besuchern werden alle Erwartungen übertroffen.

28. März 1993
Die letzte Dornier DO 28D Skyservant des JaboG 49 wird nach Ingolstadt geflogen und dort ausgemustert.

Die zweimotorige Dornier DO 28D-2 Skyservant übernimmt bei der Luftwaffe Aufgaben der einmotorigen Dornier DO 27A und dient darüber hinaus in Fursty als Hörsaalflugzeug.

Die zweimotorige Dornier DO 28D-2 Skyservant übernimmt bei der Luftwaffe Aufgaben der einmotorigen Dornier DO 27A und dient darüber hinaus in Fursty als Hörsaalflugzeug.

23. März 1994
Im Rahmen eines feierlichen Appells stellt der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Hans-Jörg Kuebart (geboren 1934) das JaboG 49 außer Dienst. Anschließend findet ein Großer Zapfenstreich statt.

30. Juni 1997
Die Fluglehrgruppe Fürstenfeldbruck wird aufgelöst und die Vorlaufausbildung für Piloten und Waffensystemoffiziere des Waffensystems Tornado eingestellt.

Die Aufnahme entsteht am 20. Mai 1996, rund ein Jahr vor der Außerdienststellung der Fluglehrgruppe Fürstenfeldbruck. Der Kommandeur, Oberstleutnant Hans Birk, veranlasst den Termin, damit die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu ihrem Abschied ein Foto zur Erinnerung an die letzte fliegende Einheit der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck erhalten.

Die Aufnahme entsteht am 20. Mai 1996, rund ein Jahr vor der Außerdienststellung der Fluglehrgruppe Fürstenfeldbruck. Der Kommandeur, Oberstleutnant Hans Birk, veranlasst den Termin, damit die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu ihrem Abschied ein Foto zur Erinnerung an die letzte fliegende Einheit der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck erhalten.

Dieser Beitrag wurde uns vom Verein “Gemeinschaft JaboG 49 e.V. zur Verfügung gestellt, wofür wir uns an dieser Stelle bedanken wollen.

Verfasser: Harald Meyer, Fotos: LMWLw, Meyer
Überarbeitung: SJWae

Kleine Flieger: Tropische Schmetterlinge im Botanischen Garten München

IMG_1867 1024Wer zu dieser Jahreszeit den Kopf ein wenig frei bekommen und dem Sommer schon vorgreifen möchte, der ist gut beraten, den Botanischen Garten in München und dort insbesondere die Ausstellung tropischer Schmetterlinge zu besuchen. Die kleinen Ornithopter flattern dort in einem der Gewächshäuser schon seit Dezember und werden das noch bis Mitte März tun. Sie sind also schon wieder weg, wenn bei uns der Frühling erwacht und uns die ersten Blüten an die heimischen “Butterfliegen” erinnern. (“Schmetten”, das Wort, das dem Schmetterling seinen Namen gab, hat tatsächlich den selben Wortstamm wie “Schmand”. Damit ist der Schmetterling also mit dem englischen Begriff “Butterfly” eng verbunden.)

IMG_1861 1024Die Glashäuser des botanischen Gartens sind auch mitten im Winter eine kleine Oase des Sommers. Die Temperaturen dort betragen meist über 20 Grad und man kann innerhalb einer guten Stunde eine ganze Weltreise machen, zumindest “floral” betrachtet. Es begegnen dem Besucher viele Pflanzen, die er sonst nur aus dem Urlaub kennt, und die das Feuer des Reisefiebers anfachen. Auch Schildkröten und Fische sind zu sehen, während man Schokofrüchte, Bananenpalmen, blühenden Ginster und allerhand Zitrusgewächse erleben kann.
Allergiker, die jetzt bereits mit Haselnusspollen und dergleichen zu kämpfen haben, werden in der Feuchtigkeit der tropischen Gewächshäuser eine Linderung all der lästigen Symptome sehr zu schätzen wissen.
Wer möglichst farbenfroh gekleidet erscheint und Ruhe ausstrahlt, der erhöht seine Chancen zum Lande- und Rastplatz eines Schmetterlings zu werden. Seit kurzem gibt es am Eingang des Botanischen Gartens München auch einen kleinen Pavillion, der einen Laden und ein kleines Café beherbergt. Hier kann man Fachliteratur oder auch einfach nur ein Souvenir erstehen, und so ein Andenken an die kleinen Flattermänner mitnehmen. Fotografieren ohne Blitz ist übrigens erlaubt.

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IMG_1898 1024Wem im Gewächshaus der Schmetterlinge einfällt, Rast auf der kleinen Balustrade des Tümpels dort zu machen, der sei vor Labyrinthfischin Anna gewarnt, die sich sehr für alle Bewegungen nahe der Wasseroberfläche interessiert.

Sie ist groß, aber nicht behäbig…

Die Gewächshäuser sind derzeit von 9:00 Uhr bis 16:30 Uhr geöffnet. Weitere Informationen finden sie hier:

Botanischer Garten München

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90. Jahrestag der “Deutsche Lufthansa AG”

Berlin, 5. Januar 2016

Am 6. Januar 2016 jährt sich die Gründung der ersten Lufthansa zum 90. Mal. Aus diesem Anlass publiziert die Deutsche Lufthansa AG im kommenden Frühjahr im Piper Verlag die erste umfassende Darstellung der Geschichte der ersten Lufthansa im historischen, reich bebilderten Werk „Im Zeichen des Kranichs“ von Joachim Wachtel und Günther Ott.

Mit dem Zusammenschluss der Junkers Luftverkehr AG und Deutsche Aero Lloyd AG  wurde am 6. Januar 1926 in Berlin die nationale Fluggesellschaft „Deutsche Luft Hansa“ aus der Taufe gehoben –  die Schreibweise in einem Wort wurde erst 1933 eingeführt. Es war eine der ersten großen, international beachteten Fusionen der deutschen Wirtschaftsgeschichte: Mit ihr ging die Ära der abenteuerlichen Nachkriegsfliegerei zu Ende. Im Mittelpunkt standen jetzt die Sicherheit, die Erweiterung des Streckennetzes und mehr Komfort für die Fluggäste. Für den Luftverkehr, für Passagiere und Fracht, ging es in gewaltigen Schritten nach vorn. Durch die Einführung des Instrumentenflugs verlor das Fliegen seinen Saisoncharakter und größere Flugzeuge ermöglichten die Bewältigung längerer Strecken. 1939 flogen Lufthansa-Flugzeuge planmäßig bis Santiago de Chile und Bangkok und Probeflüge führten bis nach New York und Tokio. Auf den Großverkehrsflugzeugen Junkers Ju90 und Focke-Wulf FW200 wurden die ersten Stewardessen eingesetzt.

Der Beginn des Zweiten Weltkrieges verhinderte jede Weiterentwicklung. Lufthansa wurde von der Reichsregierung per Gesetz zu Dienstleistungen, Transportflügen und technischem Einsatz verpflichtet. Der Luftverkehr, vor allem Verbindungen in das neutrale Ausland, unterlag in diesen Kriegsjahren stets kurzfristigen Änderungen. Und am Ende – 1945 – stand das Aus für die erste Lufthansa. 1951 verfügten die alliierten Siegermächte die Liquidation der Fluggesellschaft, die 1965 mit der Löschung im Handelsregister endete.

Detailliert aufgearbeitet ist die spannende Geschichte der ersten Lufthansa in dem Buch „Im Zeichen des Kranichs“ von Joachim Wachtel und Günther Ott, das im kommenden Februar von der Deutschen Lufthansa AG publiziert wird und im Piper Verlag erscheint. Es schildert die Geschichte der Fluggesellschaft vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Zeitgeschehens und spart auch die dunklen Jahre der Firmengeschichte nicht aus: Als Supplement wird dem 340 Seiten umfassenden historischen Werk die wissenschaftliche Untersuchung „Die Lufthansa und ihre ausländischen Arbeiter im Zweiten Weltkrieg“ von Dr. Lutz Budraß beigefügt.

Die Verfasser beschreiben die stürmischen Gründungsjahre, die von zahlreichen fliegerischen Pionierleistungen gekrönt waren. Jubelstimmung herrschte bei den „Gründervätern“ im Januar 1926 nicht, denn die Firmenfusion erfolgte auf staatlichen Druck und aus der schieren Not heraus: Die Subventionierung des Flugbetriebs der beiden stark defizitären Vorgänger-Firmen Junkers Luftverkehr AG und Deutsche Aero Lloyd AG war für die Staatskasse der Weimarer Republik zu einem Fass ohne Boden geworden.

Am Gründungskapital von 50.000 Reichsmark beteiligten sich das Deutsche Reich, die Länder, der Deutsche Aero Lloyd, Junkers sowie regionale Luftfahrtgesellschaften. Einen Anteil am Kapital der Deutsche Luft Hansa AG brachte indirekt auch die Berliner Wirtschaft ein, voran Firmen wie Siemens, AEG, Deutsche Erdöl, Schenker & Co. sowie die Berliner Handels-Gesellschaft. Zum „Corporate Design“ der neuen, fusionierten Gesellschaft steuerte Junkers die Firmenfarben Blau und Gelb und Aero Lloyd den stilisierten Kranich am Leitwerk bei. Noch im selben Jahr übernahm die „Kranichlinie“ Anteile an der 1921 gegründeten Deutsch-Russischen Luftverkehrsgesellschaft (Deruluft).

Als die Deutsche Luft Hansa AG am 6. April 1926 – auf den Tag drei Monate nach ihrer Gründung –  den Flugbetrieb startete, bedienten drei der acht Start-Verbindungen Berlin-Tempelhof. Darunter befand sich auch die erste Ausland­verbindung, die von Berlin über Halle, Erfurt und Stuttgart nach Zürich führte. Noch im ersten Geschäftsjahr stieg die Zahl der beflogenen Routen auf 54, davon 20 von und nach Berlin. Die Reichshauptstadt war zum Luftfahrtdrehkreuz des europäischen Kontinents geworden. Ein erster interkontinentaler Erkundungsflug ging – in zehn Tagesetappen –  bis nach Peking.

Die Flotte der neuen Airline umfasste zum Gründungszeitpunkt 162 Flugzeuge fast aller namhaften Flugzeughersteller jener Zeit: Albatros, AEG, Dornier, Focke-Wulf, Fokker, Junkers, Rohrbach, Rumpler, Sablatnig, Udet. Im ersten Geschäftsjahr beförderten diese Flugzeuge mit dem Kranich am Leitwerk im planmäßigen Flugdienst 56.268 Fluggäste, 258 Tonnen Fracht und 302 Tonnen Post.

Als die „alte Tante Ju“ noch jung war

Ab 1936/37 wurde der Flughafen Berlin-Tempelhof Zug um Zug ausgebaut. Der riesige, zusammenhängende Gebäudekomplex gilt bis heute als einer der größten weltweit. Die Lufthansa bot Verbindungen zu praktisch allen deutschen und europäischen Großstädten an. Rückgrat der Flotte war nun die von Junkers in Dessau gebaute Ju 52. Die als „Tante Ju“ legendär gewordene Propellermaschine war eines der bekanntesten Flugzeuge der 30er Jahre – mit ihren 16 Sitzen für die damalige Zeit quasi ein Großraumflugzeug.

Für die vor allem bei Fracht- und Postflügen notwendigen nächtlichen Starts und Landungen wurde Tempelhof mit einer starken Flughafen-Befeuerung ausgerüstet. Auch die Hauptverwaltung der Lufthansa zog 1938 von der ehemaligen Zentrale in der Lindenstraße in das Gebäude des „Zentralflughafens“ nach Tempelhof.

Im Dritten Reich geriet Lufthansa wegen ihrer strategischen Bedeutung zunehmend in den Sog der politischen Entwicklungen. Nach Kriegsausbruch wurden die Geschäftsberichte der Lufthansa von den Machthabern sogar zur „geheimen Reichssache“ erklärt. Der Ausbruch des Krieges zwang zu einer drastischen Reduzierung der gesamten Verkehrsleistungen. Der innerdeutsche Verkehr wurde fast völlig eingestellt. Gleichzeitig wurden Linien ins neutrale Ausland sowie in besetzte Länder Europas aufrechterhalten. Berlin hatte als internationales Luftverkehrsdrehkreuz ausgedient. Das Kriegsende bedeutete zugleich das Aus für die erste Lufthansa; die alte Reichshauptstadt und die in ihr groß gewordene Fluggesellschaft lagen gleichermaßen in Schutt und Asche. Die wenigen unzerstörten Flugzeuge wurden von den Siegermächten konfisziert. Im Anschluss an das Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945 verboten die Alliierten den Deutschen Herstellung, Besitz und Betrieb von Flugzeugen.

Erst im Frühjahr 1955 durfte die mit Hauptsitz in Köln neu gegründete Deutsche Lufthansa AG abheben. Der Wiederanflug Berlins blieb der neuen nationalen Airline Deutschlands infolge der deutschen Teilung und des Kalten Krieges bis zum Herbst 1990 – ein Jahr nach dem Mauerfall – verwehrt. Heute ist der Lufthansa Konzern in Berlin mit über 3000 Mitarbeitern wieder der mit Abstand größte Luftfahrt-Arbeitgeber in der Hauptstadt.

Fotos zum Thema „90 Jahre Lufthansa“ finden Sie in diesem Link:

https://mediabase.lufthansa.com/mediabase/Access.do?lnk=1&cid=25470&chk=c03bdb7528167a736a0d9ef35b81712e

Link auf die Chronik der Lufthansa:

https://chronik.lufthansagroup.com/fe/timeline.php

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PC-Flugtage in der Flugwerft Schleißheim

Einmal im Jahr, an einem Wochenende, gibt es in der Flugwerft Schleißheim des Deutschen Museum München ein Treffen der besonderen Art: Die PC-Flugtage. An diesen beiden Tagen kommen Vereinsmitglieder des Vereine Flugsimulator Club e.V. (FSC e.V.) und des Virtual Air Traffic Network (VATSIM) zusammen und bauen in einem eigens dafür reservierten Raum der Flugwerft ihre Simulatoren auf, um sie der Öffentlichkeit zu präsentieren. In diesem Jahr fand die Veranstaltung am Wochenende vom 24. und 25. Oktober statt. Bei gutem Wetter mit spätsommerlichen Temperaturen fanden sich einige Besucher ein, die das Angebot gerne annahmen und die Simulatoren der Aussteller  in Augenschein nahmen. Auch die Möglichkeit selbst im virtuellen Cockpit Platz zu nehmen wurde häufig genutzt, insbesondere an einem Simulator, der eigens für Kinder eingerichtet war, Hier bekamen die kleinen Gäste auch eine Urkunde für ihren ersten Flug ausgestellt.

Was manch einem vielleicht als Spielerei anmutet hat in den letzten Jahren an Professionalität sehr zugenommen. So gibt es beispielsweise die Möglichkeit mit einem handelsüblichen Flugsimulator, wie dem seit Jahren am Markt vorhandenen Microsoft Flugsimulator X und seinen neueren Derivate Prepare3d oder der Steam Edition, einen virtuellen Luftraum zu befliegen, in dem man seine Kollegen sehen kann, der von Controllern kontrolliert wird und in dem man auch mit den anderen quasi per Funk in Verbindung treten kann. Im Wesentlichen gelten hier die selben Regeln wie im echten Luftraum, weshalb man gefordert ist, die Flüge auf entsprechendem Niveau zu absolvieren. Rund um diesen virtuellen Luftraum herum ist ein ganzer Markt angesiedelt: Es gibt allerhand Software, die die grafischen Darstellungen der Simulatoren verbessert und jede Menge Geräte, die denen echter Cockpits nachempfunden sind, um beim virtuellen Fliegen für die notwendige Haptik und einen realistischen Workflow zu sorgen. Der virtuelle Luftraum bildet in weiten Teilen den echten Luftraum ab, es sind also die Flughäfen und Flugplätze vorhanden, die auch in Natura existieren. Selbiges gilt auch für die Funknavigationsanlagen. Man bewegt sich also sehr nahe an der Realität und kann auf diese Weise sehr vieles Lernen, was auch in der echten Fliegerei Bestand hat.

Auf den PC-Flugtagen der Flugwerft Schleißheim kann man sich neben dem Genuss, historisches Fluggerät zu besichtigen, einen Überblick über den Stand der Technik verschaffen und dabei den Enthusiasten über die Schulter schauen, selbst Hand anlegen oder sich Tipps abholen, wenn man sich bereits mit der virtuellen Fliegerei auseinandersetzt.

Wie so oft gilt hier auch – nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung. Die nächsten PC-Flugtage werden im kommenden Jahr voraussichtlich wieder kurz nach dem Oktoberfest stattfinden.

Weiterführendes:

Bayerische Flugzeug-Historiker

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Die Flugwelt Altenburg Nobitz

BreguetAtlantic

Breguet Atlantic

Seit dem Jahre 2004 betreibt ein Verein in Nobitz bei Altenburg direkt in Nachbarschaft zur historischen Landebahn des Altenburger Flughafens ein Luftfahrtmuseum, die Flugwelt, die das erste Museum dieser Art in Thüringen ist. Das Museum ist in einem der historischen Gebäude am Flughafen beheimatet, das von der russischen Kaserne, die lange Jahre am Flughafen bestand, übrig geblieben ist. Bei einem Rundgang durch das Museum kann man anhand zahlreicher, aufwändig, detailreich und liebevoll gestalteten Schautaflen viel über das Gelände des Flughafens sowie dessen Geschichte lernen. Auch die Exponate nehmen zu einem großen Teil Bezug auf die Historie des Platzes. So ist hier beispielsweise eine MIG 21 zu sehen, die auch hier am Platz stationiert gewesen ist. Beonders hervorzuheben sind zwei Flugzeuge, die man nirgends so hautnah erleben kann, wie hier in Nobitz: Eine Breguet Atlantic, die zur Ubootjagd eingesetzt wurde und eine Transall, die erst kürzlich hinzu kam. Das Außergewöhnliche ist, dass man in der Flugwelt nicht überall aus der Distanz auf die Dinge sehen muss, sondern dass man diese Flugzeuge betreten kann. In der Breguet Atlantic sind noch die Arbeitsplätze der diensttuenden Soldaten erhalten, wodurch das bloße Ansehen schon zu einem Erlebnis wird, in der Transall hat man sogar die Möglichkeit, auf dem Pilotensitzen Platz zu nehmen und so nicht nur Wissen, sondern auch Emotionen mit nach hause zu nehmen.

Das Museum lädt dazu ein, nicht nur auf dem Landwege besucht zu werden, sondern es stellt auch ein lohnendes Ziel für einen Besuch per Flugzeug dar. Wenn man am Funk Bescheid gibt, kann man durch das hintere Tor des Altenburger Flughafens direkt zu Fuß in die Ausstellung gehen. Das Museum hat auch ein Bistro, in dem man sich vor dem Rückflug stärken kann.

Interessierte Besucher sollte mindestens zwei Stunden für den Besuch des Museums einplanen. Derzeit hat das Museum an den Wochenenden geöffnet. Die genauen Öffnungszeiten entnehmen Sie bitte der Webseite der Flugwelt.

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Flugtage am Flugplatz Altenburg

Mit der Landung eines Prallluftschiffes im Jahre 1909 wurde der Altenburger Flugplatz ins Leben gerufen und vor über hundert Jahren, anno 1911, fanden in Altenburg die ersten Flugtage statt. Der Flugplatz ist also einer der ältesten in Deutschland, die noch in Betrieb sind. Da er in der jüngeren Vergangenheit eine Weile Stützpunkt für Ryan-Air gewesen ist, merkt man davon aber nicht mehr viel. Zwar trägt er seine Vergangenheit als Militärflugplatz noch vielerorts zur Schau, beispielsweise sind noch eine Anzahl Shelter und Gebäude aus dieser Zeit vorhanden, für den Fluggast oder in diesem Fall den Besucher der Flugtage, präsentiert er sich aber in modernem Gewand. Tower und Abfertigungsgebäude sind allesamt modern und haben erst wenige Jahre auf dem Buckel.

Zu den Flugtagen am 5. und 6. September waren zahlreiche Piloten mit ihren Flugzeugen aus ganz Deutschland angereist, um den Gästen ihre Maschinen und ihr Können zu präsentieren. So fanden sich beispielsweise eine Waco, eine Boeing Stearman, eine Beech 18, eine Antonov AN2, eine Aero 45 S sowie eine Vultee BT 13B ein, um nur einige zu nennen. Neben den Flugzeugen gab es auch eine Reihe Oldtimer zu bestaunen. Auf dem Vorfeld fuhren alte PKWs, Kleinlaster, Traktoren und Motorräder auf, um sich den Besuchern zu zeigen. Auch einige Fahrgeschäfte hatten sich eingefunden. Im Venturer konnten Flüge hautnah nachempfunden werden, ein eigens abgesteckter Parcours wurde mit Quads für Groß und Klein befahren und für die, die es gerne noch etwas wilder und martialischer hatten, war ein Panzer vor Ort, mit dem standesgemäß für einen ehemaligen Militärflugplatz  Runden um einen der ehemaligen Shelter gezogen wurden. Als weiterer Programmpunkt der Flugtage wurde auch ein Flohmarkt integriert, der aber etwas unter der Tatsache zu leiden hatte, dass er auch nur durch Zahlen des Eintritts zu erreichen war.

Für Interessierte an Luftfahrtgeschichte hatte das am Flugplatz ansässige, erste Thüringer Luftfahrtmuseum einiges zu bieten. Die Flaggschiffe hier sind eine Transall und ein Ubootjäger der Bundesmarine. Das Besondere an diesem Museum ist, dass man diese beiden Exponate richtig begehen und sich in der Transall sogar ins Cockpit setzen kann. Weiterführendes hierzu im Beitrag über das erste Thüringer Luftfahrtmuseum.

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Fliegerhorst Fürstenfeldbruck

Die Geschichte des Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck

Luftaufnahme Fliegerhorst Fürstenfeldbruck 1964

Luftaufnahme des Fliegerhorst Fürstenfeldbruck vom Juli 1964. Fünf Monate zuvor verlegte die Waffenschule der Luftwaffe 50 von Erding und wurde in Fursty mit der FFS “B” verschmolzen.

Die Aufbauphase

Flugzeug Hans Jehle

Hans Jehle flog das Schul- und Sportflugzeug vom Typ Klemm 25 und nahm 1933 bei Flügen von der Hasenheide aus mehrfach Passagiere mit.

Das Gelände zwischen Fürstenfeldbruck und Maisach wird “Hasenheide” genannt. In den frühen dreißiger Jahren fanden hier erste Flugbewegungen statt. Der Münchner Pilot Hans Jehle führte im Sommer 1933 mehrere Passagierflüge durch. Ein Jahr danach demonstrierte Willi Stöhr über dem Areal sein Können im Kunstflug. Mit der erneuten Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und dem Ende der Aufrüstungstarnung begann 1935 der Aufbau einer deutschen  Luftwaffe im großen Stil. Viele neue Flugplätze entstanden und so fiel die Wahl auch auf die landwirtschaftlich genutzten Flächen der Hasenheide. Die „Deutsche Luftverkehrs- und Handels- A.G Berlin”, auch kurz “Delhag” genannt, berief am 21. September 1934 die entsprechenden Grundstückseigentümer zu einer Versammlung in das „Maisacher Bräuhaus“. Ziel war zunächst die Errichtung eines Notlandeplatzes und so wurden Anfang November 1934 die ersten Pachtverträge abgeschlossen. Ein Jahr später wurde der Plan zur Nutzung des Areals als Flugplatz mit regelmäßigem militärischen Flugbetrieb bekannt gegeben. Am 1. Oktober 1935 begannen die ersten Baumaßnahmen und ein Jahr später war bereits Richtfest. Architektonische Besonderheiten stellen der 998 Meter lange „Kilometerbau“ und der Turmbau am Schulungsgebäude dar. Im Frühjahr 1937 belegten erste Truppenteile den Platz – die Fliegerhorstkommandatur mit einer unterstellten Kompanie.

LKS 4

Am 1. Oktober 1937 wurde in Fürstenfeldbruck nach Dresden-Klotzsche, Berlin-Gatow und Wildpark-Werder die vierte Luftkriegsschule (LKS 4) in Dienst genommen. Für die fliegerische Ausbildung stand eine planierte, festgewalzte Rasenfläche mit Startbahn von etwa 1.000 Metern Länge zur Verfügung. 1943 wurde diese in einer Breite von 45 Metern betoniert und ein Jahr später um weitere 500 Metern nach Westen verlängert. Von November 1939 bis Oktober 1940 verlegte die LKS 4 nach Neuhausen/Königsberg. Für den Bahntransport wurden auf dem Fliegerhorst verlegte Gleise genutzt, die zum Bahnhof Maisach führten. In den Jahren 1943 und 1944 war der Bedarf an fliegerischem Nachwuchs so groß, dass auch sonntags Flugbetrieb durchgeführt wurde. Anfang 1945 musste die fliegerische Ausbildung wegen Treibstoffmangels eingestellt werden. Am 9. April 1945 erfolgte der erste und einzige Bombenangriff mit insgesamt 333 Flugzeugen des Typs Boeing B-17 Flying Fortress. Die Startbahn, Rollwege und der technische Bereich wurden dabei größtenteils zerstört, aber die Unterkunftsbereiche blieben weitgehend unversehrt. Bakannte Flugschüler sind der spätere Bundeslandwirtschaftsminister D. Josef Ertl (1925-2000) und der Jagdflieger Hans-Joachim Marseille (1919-1942). Wegen seiner Erfolge auf dem nordafrikanischen Kriegsschauplatz erhielt er auch den Beinamen “Stern von Afrika”.

Die Zeit der Amis

Luftaufnahme Fliegerhorst Fürstenfeldbruck 1946

Der Flugplatz Fursty im Jahr 1946 mit Blich in Richtung Osten.

Am 29. April 1945 marschierten die Amerikaner in Fürstenfeldbruck ein und damit war der 2. Weltkrieg für die Brucker Bürger beendet. Ein Jahr später wurde der Fliegerhorst Unterkunft eines US-Ersatztruppenteils und Heimathafen der 36th US Fighter Wing, der erste Verband der US-Air Force im Nachkriegseuropa, der mit Düsenflugzeugen ausgerüstet war. In den Jahren 1946 und 1947 erfolgte eine Start- und Landebahnverlängerung an beiden Enden um jeweils 300 Meter. Am 20. Januar 1950 wurde die 36th Fighter Wing in Fighter Bomber Wing (FBW) umbenannt. Zur Aufnahme von neuen Flugzeugen des Typs F-84 E Thunderjets musste die Betonbahn nochmals um weitere 600 Meter nach Westen erweitert werden. So erreichte sie die endgültugen Maße von 2744 Metern Länge und 46 Metern Breite. Auch im Kasernenbereich waren Anfang der 50er Jahre umfangreiche Bauarbeiten zu beobachten. Wie bei US-Streitkräften im Ausland üblich, entstand entstand hier ein „little USA“ mit vielen Wohngebäuden, wie sog. Sternbauten, einer Schule, einem Kindergarten sowie einer Kirche für alle Konfessionen. Die amerikanischen Soldaten und ihre Familien kauften steuerfreie Waren in der PX und Lebensmittel in der Commissary. Die Gebäude dieser Ladengeschäfte sind heute nicht mehr existent. 1952 verlegte die 36th FBW zu großen Teilen nach Bitburg in die Eifel. Zum gleichen Zeitpunkt traf die 84th Air Rescue Squadron in Fursty ein, um einen kompletten SAR-Dienst für Zentraleuropa zu gewährleisten. In dieser Zeit waren auch RF-80 Flugzeuge zu beobachten, die für die Kartenerstellung Europas genutzt wurden. Bis 1957 waren wiederholt Alarmrotten im „Zulu“-Hangar auf der Nordseite des Flugplatzes stationiert. Sie dienten der USAFE zur Sicherung des süddeutschen Luftraumes. Ab 1954 fand in Fursty umfangreicher Schulungsflugbetrieb statt. Durch das Mutual Defense Assistance Program (MDAP)kamen Lehrgangsteilnehmer aus vielen westeuropäischen Ländern, aber auch aus Jugoslawien, Pakistan und dem Iran nach Fürstenfeldbruck. Die ersten deutschen Jet-Piloten gehörten dem Lehrgang mit der Bezeichnung JF-1 (Jet Familiarization) an. Nachdem sie ein Refresher-Training auf T-6 in Penzing absolviert hatten begannen die 10 Teilnehmer im Frühjahr 1956 mit einer Schulung auf T-33 A.

Die Wiege der Luftwaffe

Kirche Sankt Michael

Die Kirche Sankt Michael war Teil von Umfangreichen Baumaßnahmen der amerikanischen Streitkräfte in Fursty. Sie wurde 1950 fertiggestellt und steht in der Nähe der Hauptwache.

Nach dem NATO-Beitritt der Bundesrepublik Deutschland am 6. Mai 1955 kamen deutsche Offiziere nach Fürstenfeldbruck, um die Grundlagen für eine schrittweise Übernahme des Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck durch die Luftwaffe zu schaffen und die Aufstellung der Flugzeugführerschule (FFS) „B“ mit Beginn 1. Juni 1956 zu planen. Am 24. September 1956 trat die Luftwaffe an die Öffentlichkeit und der damalige Verteidigungsminister Theodor Blank (1905 – 1972) verlieh den ersten deutschen Piloten das Flugzeugführerabzeichen. An diesem Tag flogen erstmals drei Trainingsflugzeuge der Typen Piper L-18 C, Haravard Mark IV und Lockheed T-33 A mit deutschen Hoheitsabzeichen. Am 13. November 1956 wurden in Anwesenheit des neu ernannten Verteidigungsministers Franz Josef Strauß (1915 – 1988) die ersten Einsatzflugzeuge des Typs Republic F-84 F Thunderstreak übergeben. Sie gehörten zur neu aufgestellten Waffenschule der Luftwaffe 30, die im Oktober 1957 zu ihrem eigentlichen Heimatstandort Büchel in der Eifel verlegte. Die Jahre 1956 bis 1957 sind von Deutsch – Amerikanischer Zusammenarbeit geprägt und zielten auf die Übergabe der Kommandogewalt des Standortes Fürstenfeldbruck Ende 1957 hin. 1961 belegten 19 selbständige Dienststellen den Fliegerhorst Fürstenfeldbruck. Nach Verlegung der fliegerischen Grund- und Fortgeschrittenenausbildung in die USA wurde die 1958 in Erding aufgestellte Waffenschule der Luftwaffe (WaSLw) 50 im Februar 1964 nach Fürstengfeldbruck verlegt. Ab diesem Zeitpunkt fand die Waffensystemausbildung G.91 in Fursty statt. Mit Verlegung der Screeningluftfahrzeuge Piaggio P.149 D im Frühjahr 1973 von Neubiberg nach Fursty erhielt der Flugplatz eine zweite Start- und Landebahn. Ein Teil des nördlichen Rollweges wurde zur Runway für das Propellerflugzeug umfunktioniert. Im September 1974 verlegte auch die

NVA Offiziere

Am 10. September 1990 landeten mehrere Flugzeuge von Interflug, der ehemaligen staatlichen Fluggsellschaft der DDR, in Fürstenfeldbruck. Sie transportierten Offiziere der ehemaligen Nationalen Volksarmee (NVA), damit sie an Umschulungslehrgängen an der OSLw teilnehmen konnten. Jeweils sonntags folgten mehrfache Wiederholungen im 14tägigen Rhythmus, allerdings waren die ex-NVA-Offiziere dann bereits in Luftwaffenuniformen gekleidet.

Flugsicherheitsausbildung der Bundeswehr von Neubiberg zur WaSLw 50. Eine weitere Einrichtung aus Neubiberg folgte im Sommer 1977. Da die Hochschule der Bundeswehr hier im Oktober 1973 ihren Betrieb aufnahm, musste die dort beheimatete Offizierschule der Luftwaffe weichen und bezog das neu gebaute „blaue Palais“, wie der Gebäudekomplex im südöstlichen Teil des Fliegerhorstes genannt wird. Ab 1974 konnten auf dem Fliegerhorst Fursty umfangreiche Bautätigkeiten beobachtet werden, denn es wurde ein mit NATO-Finanzmitteln unterstütztes Härtungsprogramm umgesetzt. Im Herbst 1980 zogen die Angehörigen der beiden Jetstaffeln vom gemeinschaftlich genutzten Gebäude 544 in die neuen dislozierten Sozialbauten und Gefechtsstandsbunker um. Auch die Flugzeuge wurden auf dem Flugplatz verteilt und kamen in Flugzeugschutzbauten, sog. Shelter unter. Die Bodenprüfläufe der Jettriebwerke wurden leiser, da nun zwei Lärmschutzbauten zur Verfügung standen. Vis à vis zum Stabsgebäude 103 konnte bei Übungen und für Einsatzzwecke ein verbunkerter Geschwadergefechtsstand genutzt werden. Beim Bau des Munitionsmontage-Shelters und neuen Kontrollturms kam es zu Verzögerungen, so konnten sie erst mit mehrmonatiger Verspätung eingeweiht werden. Mit Außerdienststellung der Piaggio P.149 D im Frühjahr 1990 endete das Screening von Pilotenanwärtern in Fursty. Am 23. März 1994 wurde als eine Maßnahme der Luftwaffenstruktur 4 das JaboG 49 im Rahmen eines feierlichen Appells aufgelöst. Die Fluglehrgruppe Fürstenfeldbruck übernahm mit 30 Flugzeugen die taktische Grundausbildung zukünftiger Tornado-Besatzungen bis 1997, bevor auch sie Ende Juni 1997 aufgelöst und der Alpha Jet bei der Luftwaffe endgültig außer Dienst gestellt wurde. Damit endete die Karriere von Fursty als Wiege der Luftwaffe bzw. als Fliegerhorst – und zurück blieb die Kasernenanlage von Fürstenfeldbruck, so wie wir sie heute kennen.

Luftaufnahme Fliegerhorst Fürstenfeldbruck 2005

Luftaufnahme des Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck aus dem Jahr 2005 mit Blickrichtung Norden. Im Vordergrund ist der Komplex der Offiziersschule der Luftwaffe, auch „blaues Palais“ genannt, zu sehen. Dahinter erstrecken sich der Kilometerbau, der Flugbetriebsbereich mit den Flugzeugschutzbauten (Sheltern), der Start- und Landebahn 09/27 und die Ortschaft Maisach.

Dieser Beitrag wurde uns vom Verein “Gemeinschaft JaboG 49 e.V. zur Verfügung gestellt, wofür wir uns an dieser Stelle bedanken wollen.

Verfasser: Harald Meyer, Fotos: LMWLw, Meyer
Überarbeitung: SJWae